Motorradfahren – oder wie ich 20 Jahre auf meinen Traum wartete

Ich weiß nicht, ab welchem Zeitpunkt ich es cool fand zu sehen wie Motorräder an mir vorbeirauschen und die Sehnsucht in mir weckten selbst mal auf so einem Ding zu sitzen. Sicher weiß ich nur, irgendwann war es auf einmal soweit! In meinem kindlichen Übermut sprach ich diesen Wunsch auch gegenüber meinen Eltern aus was neben den lustigen Geschichten, welche meine Eltern selbst beim Motorradfahren erlebt hatten, jedoch auch in der ernsten Ermahnung endete das Motorradfahren sehr gefährlich sei und ich lieber die Finger davonlassen sollte. In Film & Fernsehen wurden Motorräder bzw. ihre Fahrer allerdings als coole Helden präsentiert die auch noch die unglaublichsten Sachen auf ihren Zweirädern erlebten und veranstalteten… Was mir als kleiner Stepke natürlich sehr imponierte und ich auch unbedingt nachmachen wollte! (Bsp hier, hier und hier )

Da ich mich in dem Alter (ich war 7, oder 8 Jahre?!) von jeglicher Fahrerlaubnis für so ein motorisiertes Gefährt allerdings weiter entfernt befand, als Hitler vom Endsieg musste meine Vorstellungskraft für derlei Abenteuer herhalten. Auch als ich das erforderliche Alter für ein Moped, Roller, oder sonstiges Einstiegszweirad erreichte, kam ich meinem Traum kein Stück näher. Zum einen fand ich es irgendwie langweilig, ich wollte ja gleich große Maschinen bewegen, zum anderen mangelte es mir schlicht und ergreifend an monetären Besitztümern für solche Anschaffungen. Also wurde dieser Traum erst einmal auf die lange Bank geschoben.

Als ich dann 17 Jahre alt wurde, wollte ich den Autoführerschein machen. Der sogenannte „Führerschein mit 17“ wurde gerade eingeführt, galt aber nur für die Führerscheinklasse B und nicht für irgendeine Art von Motorrädern die ich fahren wollte. Des Weiteren befand ich mich in der überaus glücklichen Position meinen Führerschein, wie meine anderen zwei Brüder, von meinen Eltern finanziert zu bekommen. Dies allerdings mit der Einschränkung, dass sie nur den Autoführerschein fördern würden und wenn ich das überaus große Bedürfnis verspüren würde mich gegen den Baum zu befördern, dass dann bitte auch mit meinem eigenen Geld tun solle. Klare Ansage also. Da ich aber endlich Auto fahren wollte und mir hier der Führerschein einfach mal finanziert wurde habe ich das nicht lange weiter thematisiert und meinen Traum auf einem Motorrad zu sitzen mal wieder auf die lange Bank geschoben.

Zwischenzeitlich wurde ich endlich volljährig und hatte nun die Möglichkeit die Welt des Motorradfahrens für mich zu erschließen. Aber halt, da war ja was. Ach ja das liebe Geld. Wieder nichts.

Im September 2008, nach meinem Fachabi, begann ich dann meine Ausbildung und nun endlich hatte ich eine Geldquelle, aber auch hier kam wieder etwas dazwischen. Dieses etwas hieß Natascha, war 17 Jahre alt und meine erste Freundin. Und die hatte etwas gegen Motorräder und vor allem dagegen, dass ich derlei Gedanken nachhing selbst so ein Ding zu fahren. Außerdem war die Beziehung zu meiner Freundin davon gekennzeichnet, dass ich eine Entfernung von 600km überwinden musste und dies geschah alle 3-4 Wochen mit dem Flugzeug. Mein Geld floss also woanders hin. Man muss eben Prioritäten setzen!

Diese Priorität endete jedoch nach zwei Jahren und nun endlich war der Weg frei, oder? Natürlich nicht! Ich hatte beschlossen nach meiner Ausbildung noch ein Studium der Juristerei anzuhängen und in der Voraussicht dafür auch Geld zu benötigen schob ich meinen Traum des Motorradfahrens, mal wieder, auf die lange Bank…
Unnötig zu erwähnen das ich während des Studiums natürlich keinen Cent für ein Motorrad, geschweige denn einen Führerschein hatte. Außerdem kam wieder etwas dazwischen. Diesmal hieß das „etwas“ Lena und wurde meine 2,5.te Freundin (lange Vorgeschichte). Auch in diese Freundin floss meine ganze Anstrengung und auch das letzte bisschen was von meinem BaFög im Monat übrigblieb. Doch damit nicht genug. Inzwischen hatte sich in mir der Gedanke festgesetzt das Motorradfahren sei nichts für mich, weil ich wie der letzte Idiot Auto fuhr. Bei der gedanklichen Übertragung meiner Fahrweise von einem Auto auf ein Motorrad sah ich mich innerlich eher schneller unter der Erde, als dahinfliegend auf einem 100PS starken Zweirad.
Also sagte ich mir. „Ok, vielleicht irgendwann, aber nicht jetzt und nicht solange du fährst wie ein LSD konsumierender sich auf Heroinentzug befindender Vollidiot.“ Aber auch Lena ging und verschwand aus meinem Leben, doch der Traum vom Motorradfahren blieb tief in meinen Gedanken vergraben.

Nun kam Stefie (das klingt im Übrigen nach einem großen Verschleiß, aber hey wir reden hier über einen Zeitraum von insgesamt 8 Jahren!) und die verfolgte ihren „Ich will Motorradfahren-Traum“ etwas konsequenter als ich. Mal so als Einschub, ich hatte bis dato noch nicht einmal auf einem Motorrad gesessen! Nun ja zurück zu Stefie. Sie verfolgte also ihren Traum, machte ihren Motorradführerschein und fuhr alsbald durch die Weltgeschichte. Da es sich auch hierbei um eine Fernbeziehung handelte, konnte ich sie bei ihren Ausflügen auf dem Motorrad nicht wirklich oft begleiten. Dann war ich aber wieder bei ihr und sie hatte ihren Führerschein seit gerade ein paar Wochen. Ich wollte natürlich unbedingt bei ihr mitfahren. Was sie nicht wusste: Ich saß noch nie auf einem Motorrad. Nicht einmal probeweise (Jaaaa.. ich hatte immer Angst im Stand umzukippen!).

Ergo: Ein Typ der noch nie auf nem Motorrad saß fährt bei einer Fahranfängerin zum ersten Mal auf einem Motorrad mit. Was soll ich sagen? Ich habe es geliebt und wollte danach unbedingt selbst den Führerschein machen. Stefie hatte ich von meinem Vorhaben erzählt meinen Motorradtraum auf unbestimmte Zeit begraben zu haben, doch nun kam er hervor, stärker als je zuvor.
Aber auch Stefie verschwand leider wieder aus meinem Leben. Was blieb? Der Traum vom Motorradfahren. Traurigerweise begannen noch viele Vorbereitungen auf den Motorradführerschein,z.B. sowas wie die Ausrüstungsbesorgung etc. mit Stefie an meiner Seite, was die nachfolgende Zeit nicht gerade einfacher für mich machte. Eher ziemlich schwierig… Aber nun geht es endlich los! Ich hatte schon ein paar Theoriestunden (laaaangweilig) hinter mir und jetzt endlich nach knapp 20 Jahren rumträumen soll es losgehen! Ich auf einem Motorrad! Das kann ja nur gut gehen!

Euer Neomanu90

Neomanu90

Moin liebe Leute!

Ich bin der Neomanu, Bewohner des hohen Nordens und Betreiber dieses Bloges. Meines Zeichens bin ich studierter Wirtschaftsjurist, derzeit Angestellter im öffentlichen Dienst und zufriedener Mittzwanziger.

In meiner Freizeit pflege ich eine Vielzahl von Hobbys. Unter anderem das der Fotografie, Literatur, Musik, Sport, Videospiele, u.v.m.

Etwas mehr über mich findest du in "Über mich".

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